Zarafa mit Outlook-Access auf Synology RackStation

erstellt am: 22.12.2014 | von: admin | Kategorie(n): Linux News, News

Zarafa hat sich zweifelsohne zur beliebtesten freien Exchange-Alternative entwickelt, nicht erst seit Microsoft seinen Small Business Server 2003 eingestellt hat. Besitzer eines Synology-NAS können Zarafa mit wenig Aufwand statt auf einem dedizierten physischen oder virtuellen Linux Server direkt auf Ihrer Box installieren.

paket-zentrum-zarafa

NAS-Geräte von Qnap oder Synology sind insbesondere bei Powerusern und kleinen Unternehmen weit verbreitet und leisten weit mehr, als nur als RAID-basiertes Netzwerkspeicher vor sich hin zu vegetieren. Das gilt zwar bei nahezu allen Routern und Home-NAS-Geräten, wie z. B. einer Fritzbox oder mit auf  OpenWRT beruhender Hardware (Linksys), weil unter der Haube fast immer Linux werkelt, bzw. ein Busybox-System bei Synology, allerdings ist ein sinnvoller Einsatz einer Groupware nur möglich, wenn auch die Hardware-Leistung dazu passt. Eine Fritzbox ist und bleibt eben doch nur ein Router.

Ein harmonisches Paar

Ob nun Zarafa von Popularität der Synology-Geräte profitiert oder umgekehrt sei dahingestellt, ein interessantes Gespann ist es allemal, zumal sich Zarafa mit Hilfe des Paket-Zentrum in DSM sehr einfach installieren lässt. Als kleines Bonbon sieht die Zarafa-Integration bei Synology auch das Installieren der grafischen App Zarafa Administration vor, mit der man komfortabel Benutzer anlegen oder Fetchmail konfigurieren kann, was bei Zarafa pur nur über die Kommandozeile funktioniert. Alles Friede Freud Eierkuchen, also?  Leider nicht.

Nach einem Update der DSM-Firmware auf die Version 5.1 5004 (aktuell ist DSM 5.1-5021) verweigert der Outlook-Connector (3 User sind in der kostenlosen Zarafa-Version enthalten) die Verbindungsaufnahme zum Zarafa-Server mit der Fehlermeldung

„Das Profil kann nicht genutzt werden, da der Server keine Verbindung zum Lizenzdienst aufbauen konnte. Bitte wenden Sie sich an den Administrator“.

Outlook harkt

Nach dem Verbinden via SSH und einem Blick ins Dateisystem  lässt sich die Ursache schnell eingrenzen.  Der SSH-Service lässt sich übrigens in der DSM-Systemsteuerung im Bereich Terminal & SNMP aktivieren. Offenbar ist /var/run seit dem letzten DSM-Update ein relativer Symlink auf /run . Der der Zarafa-Licensed-Daemon in einer aus einem Debian-Paket stammenden chroot-Umgebung gestartet  und der /var-Zweig per mount-Befehl in die chroot-Umgebung gemappt wird, erklärt sich das auftretende Symptom. Abhilfe schafft folgender temporärer Hack:

Man meldet sich via SSH an der RackStation an. Dort gibt man dann Folgendes ein:

mkdir /usr/local/zarafa-licensed/run
mount /run /usr/local/zarafa-licensed/run -o rebind

Danach kann man im Paket-Zentrum den Zarafa-Dienst neu starten. Hier muss man im Menü Aktion auf Stopp klicken und anschliessend wieder auf Ausführen. Der licensed funktioniert dann wieder, zumindest bis zum nächsten Neustart der RackStation. Man kann den mount-Befehl aber permanent machen, in dem man ihn in das Skript /var/packages/Zarafa/scripts/copy_licensed verpackt.

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Ich heiße Thomas Drilling und bin seit 1995 als Freelancer (IT-Consultant, IT-Trainer, IT-Fach-Journalist/Redakteur/Buchautor) tätig. Dass mein Tätigkeitsfeld aufgrund meiner speziellen Vita eine ausgeprägte Dreiteilung aufweist, illustriert die farbliche Gestaltung dieses Internet-Auftritts.

Doch egal, ob IT-Journalismus. Consulting oder Training, mit meinem über die Jahre aufgebauten Know Know verstehe ich mich im Wesentlichen als moderner IT-Spezialist mit den Schwerpunkten Beratung und Training.

Da ich alle nennenswerten historischen IT-Entwicklungen vom Großrechner, über die mittlere Datentechnik (IBM AS/400), Unix (in der Pre-Linux-Ära), Homecomputer (Apple, Commodore, Atari), PCs, PC-Netzwerke, Novell Netware, Linux, Windows-NT, VMware ESX bis zu Amazon Web Services mit erlebt und gestaltet habe - was unter anderem meine Veröffentlichungs-Datenbank illustriert - kenne ich die Nöte, Sorgen, Pläne und Ziele vorrangig kleiner und mittlerer Unternehmen aus vielen Perspektiven.

Studiert habe ich den achtziger Jahren an der Gesamthochschule Kassel und der Fachholschule Bielefeld und mein Diplom im Fach Elektrotechnik-Informationsverarbeitung im Sommer 1992 erworben. Seitdem kamen sukzessive die typischen Hersteller-Zertifizierungen hinzu, wie z. B. RHCSA, RHCE oder aktuell VCP (VMware Certified Professional) und VCAP VMware Certified Advanced Professional).

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